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Samstag, 1. Mai 2010

Schöne neue Welt beim Online-Ticket der Deutschen Bahn

Beim volkseigenen Betrieb* "Deutsche Bahn" (DBAG) sind mal wieder Änderungen beim Angebot und Vertrieb von Fahrkarten festzustellen, die ins Schema "besser wird's nimmer" passen.

Ad 1) Das Online-Ticket verfügt nun über grafische Merkmale zur scheinbaren Steigerung der Fälschungssicherheit, realisiert als monochrome Pixelgrafiken hinter dem bekannten Fahrkartendruck. Die Intention dafür, den Einsatz des Online-Tickets auch jenseits der DBAG, etwa in Verkehrverbünden, zu ermöglichen, ist zu begrüßen. Die Nebenwirkungen rufen allerdings nur Kopfschütteln hervor. Zum einen steigt die Größe der PDF-Datei von 15 auf 450 KB, zum anderen ist das Druckergebnis für die neuen Grafiken im Gegensatz zum übrigen Text keinesfalls definiert, entweder bleiben die Merkmale zum Fälschungsschutz daher wirkungslos oder es gibt in Zukunft vielfältige Diskussion zur Gültigkeit und die Vorschrift "Das Online-Ticket muss ausgedruckt vorliegen" wird erheblich detaillierter neugefasst. Falls die Kritik bis hier unverständlich ist, hilft vielleicht der Hinweis weiter, dass es noch andere Drucker als fotogängige Tintenstrahler gibt, und das nicht nur in privaten Umgebungen.

Ad 2) Während beim Kauf von Fahrkarten über die Reiseauskunft die Zahlung ohne Kreditkarte per Lastschrift möglich ist, bietet der "Fahrkarten Shop" für pauschale Fahrkarten wie Ländertickets diese Option nicht. Schon klar, der brave Bahnkunde erfreut sich natürlich hier an der Kredikartenfunktion seiner Bahncard.

Ad 3) Vom theoretischen Blickpunkt ein fortdauerndes Ärgernis ist das Preissystem, dessen Ergebnisse, lies die resultierende Fahrkartenpreise, nicht allgemein nachvollziehbar sind. Und zwar weder für die Sparpreise und ihre Kontigente noch für Normalpreise und ihr Relationssystem.

Es bleibt noch viel zu tun, bis die DBAG oder die Eisenbahn in Deutschland im neuen digitalen Zeitalter angekommen ist. Wie auch anderer Stelle Open Access und Staat noch kein Freundespaar sind.


*) Alleineigentümer ist die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch den Bund; nach politisch korrektem Staatsverständnis wird der Staat durch seine Bürger (sein Volk) gebildet. Abweichende Realitäten würden auch die Bindung der Bürger an die Rechtsordnung aufheben ...

Freitag, 14. September 2007

Ausverkauf ehemaliger Bahnflächen, auch in Hamburg-Altona — Eine erneute Kapitulation der Politik

In Deutschland ein Nachlassen des staatlich-politischen Gestaltungs- und Regulierungsanspruch festzustellen, ist sicherlich falsch; es sei denn man betrachtet nur Privatisierungsentscheidungen.

Ein aktuelles Beispiel: In der Presseinformation 144/2007 schreibt die Deutsche Bahn AG:
Der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn AG hat heute auch dem Verkauf der aurelis Real Estate GmbH & Co. KG zugestimmt. Aurelis wurde im Jahr 2002 als DB-Tochtergesellschaft gegründet mit dem Zweck, nicht betrieblich notwendige Flächen zu entwickeln und zu verwerten. Im Portfolio der Gesellschaft befinden sich rund 1.500 Liegenschaften mit etwa 27 Millionen Quadratmetern, vor allem in den Ballungsgebieten Deutschlands. Vertragspartner der DB ist ein Konsortium aus Hochtief Projektentwicklung GmbH und Redwood Grove International L.P. Bahn und Konsortium haben hierzu in der vergangenen Woche einen Vorvertrag unterzeichnet. Der angestrebte Verkauf folgt der mit dem Eigentümer abgestimmten Strategie, sich von nicht betriebsnotwendigen Flächen zu trennen.


Mitglieder dieses Aufsichtsrats sind:
  1. Dr. Günther Saßmannshausen
    Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrats, Hannover

  2. Dr. Werner Müller
    Vorsitzender des Aufsichtsrats, Vorsitzender des Vorstandes, RAG Aktiengesellschaft, Essen

  3. Norbert Hansen*
    Vorsitzender der TRANSNET Gewerkschaft GdED, Berlin

  4. Georg Brunnhuber
    Mitglied des Deutschen Bundestages, Berlin

  5. Niels Lund Chrestensen
    Geschäftsführender Gesellschafter, N.L. Chrestensen, Erfurter Samen- und Pflanzenzucht GmbH, Erfurt

  6. Dr.-Ing. Dr. h.c. Jürgen Großmann
    Gesellschafter der Georgsmarienhütte Holding GmbH, Hamburg

  7. Horst Hartkorn*
    Vorsitzender des Betriebsrates S-Bahn Hamburg GmbH, Hamburg

  8. Jörg Hennerkes
    Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung, Berlin

  9. Jörg Hensel*
    Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates, Railion Deutschland AG, Vorsitzender des Spartenbetriebsrats Stinnes, Mainz

  10. Klaus Dieter Hommel*
    Bundesvorsitzender der Verkehrsgewerkschaft GDBA, Frankfurt am Main

  11. Günter Kirchheim*
    Vorsitzender des Konzernbetriebsrates DB AG, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates DB Netz AG, Frankfurt am Main

  12. Helmut Kleindienst*
    Spartenbetriebsratsvorsitzender Unternehmensbereich Dienstleistungen, DB Dienstleistungen GmbH, Berlin

  13. Lothar Krauß*
    Stv. Vorsitzender der TRANSNET Gewerkschaft GdED, Frankfurt am Main

  14. Dr. Jürgen Krumnow
    Ehem. Mitglied des Vorstandes, Deutsche Bank AG, Frankfurt am Main

  15. Vitus Miller*
    Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates, Regio/Stadtverkehr, Frankfurt am Main

  16. Heike Moll*
    Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates, DB Station&Service AG, Berlin

  17. Dr. Axel Nawrath
    Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen, Königstein

  18. Dr. Bernd Pfaffenbach
    Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Berlin

  19. Ute Plambeck*
    Konzernbevollmächtigte der DB AG für die Länder Hamburg/Schleswig-Holstein, Hamburg

  20. Dr. Eggert Voscherau
    Stellvertretender Vorstandsvorsitzender, BASF Aktiengesellschaft, Ludwigshafen

  21. Dr.-Ing. E.h. Dipl.-Ing. Heinrich Weiss
    Vorsitzender der Geschäftsführung, SMS GmbH, Düsseldorf

    * Arbeitnehmervertreter
    (Angaben der Deutschen Bahn AG, Stand 20070906)


So wird wieder ein Stück Staats- und damit Gemeineigentum aufgegeben. Für eine einmalige Einnahme werden längerfristige Einnahme- und Gestaltungsmöglichkeiten aufgegeben. Bleibt zu hoffen, dass die betroffenen Städte ihre Möglichkeiten der Stadtplanung wahrnehmen.

Es wird Herbst.

Dienstag, 10. Juli 2007

Zum Tarifkonflikt bei der Deutschen Bahn

Was dabei leicht in Vergessenheit gerät: Die Deutsche Bahn ist nur scheinbar ein Privatunternehmen, alleiniger Aktionär ist die Bundesrepublik Deutschland. Damit ist politische Einflussnahme in jedem denkbaren Umfang möglich, bedauerlicherweise auch im jetzigen.